Am Dienstag, 29.09.2026, haben wir symbolisch einen Schlüssel für das neue Winterquartier für Fledermäuse in Hochdonn an die Kurt und Erika Schrobach-Stiftung übergeben. Die beiden seit Jahrzehnten verwaisten, ehemaligen Militärgebäude, ein FLAK- und ein Scheinwerfer-Hochstand, am Rand einer ca. 1 ha großen Ackerfläche, stammen aus den 1930er Jahren.

Vor knapp 2 Jahren erwarb die Kurt und Erika Schrobach-Stiftung von Familie Hoop die Ackerfläche mit beiden Gebäuden darauf mit dem Ziel dort Winterquartiere für Fledermäuse zu schaffen. Die Idee dazu stammt bereits aus dem Jahr 2017, als die Gebäude im Rahmen des Projektes „Fledermäuse in Dithmarschen“ der Schrobach-Stiftung entdeckt und als für Fledermäuse potenziell geeignet eingestuft wurden.

Im Rahmen des Projektes „TriKo“ unterstützte das Bündnis Naturschutz beim Ankaufprozess, beauftragte die Planung sowie die Umsetzung der Herrichtungsmaßnahmen zu Fledermaus-Winterquartieren, die allesamt aus Mitteln des Fonds „Mehr Natur für Dithmarschen“ bestehend aus Ersatzgeldern des Kreises Dithmarschen erfolgten.

Im Auftrag des Bündnis Naturschutz erstellte Fledermausexperte Matthias Göttsche das Fachkonzept und begleitete die Bauarbeiten aus fledermauskundlicher Sicht. Umgesetzt wurden die Bauarbeiten durch die Firma Eichner-Bau aus Treia, Dachdeckerbetrieb Frank Höhrmann aus Vaale und Stiftung Mensch aus Meldorf.

Fenster- und Türöffnungen wurden zugemauert und nur wenige kleine Öffnungen ermöglichen es den Fledermäusen künftig zugluftfrei ein und auszufliegen. An Decken und Wänden wurde eine Vielzahl unterschiedlicher Strukturen und Versteckmöglichkeiten angebracht. So können sich die Tiere die klimatisch passendsten Strukturen für sich aussuchen.

Die künftigen Quartiere helfen Fledermausarten die kalte Jahreszeit zu überdauern. Durch das überwiegend feuchte Innenklima finden insbesondere die Wasserfledermaus und die Fransenfledermaus Unterschlupf. In der ehemaligen Garage am Scheinwerfer-Hochstand bieten hingegen trockenere Bedingungen eher der Zwergfledermaus, Breitflügelfledermaus und der Mückenfledermaus geeignete Rückzugsräume. In den Folgejahren wird über Winterzählungen die Besiedlung der Quartiere dokumentiert.

Herzlichen Dank an den Pächter der Ackerfläche, der zwei Randstreifen für den Zeitraum der Bauarbeiten als Zuwegung zur Verfügung stellte und dadurch die Umsetzung in diesem Jahr ermöglichte.

Die ersten tierischen Überwinterungsgäste wurden von uns sogar schon gesichtet!

Foto: BNiD, C. Wiebe
Titel: v.l.:  Günther Hoop, Dr. Inken Mauscherning (Bündnis), Dr. Cordelia Wiebe (Schrobachstiftung), Matthias Göttsche

Schlüsselübergabe