Ein verändertes Landschaftsbild prägt seit kurzem die historische Stellerburg. Durch das selektive Fraß- und Schälverhalten der Ziegen hat sich in der Zone bis fast 2 Meter Höhe ein unübersehbarer, grauer Gürtel gebildet. Die massenhaft aufgetretenen Traubenkirschen sind im unteren Bereich komplett entlaubt und geschält, was die Vitalität der Gehölze nachhaltig schwächt.
Nach drei Wochen Beweidung hat sich die Fläche damit deutlich stärker verändert, als im Vorfeld erwartet wurde. Die insgesamt 50 Nutztiere – 40 Owambo-Ziegen und 10 Schafe – haben hervorragende Arbeit geleistet.
🛠️ Effektive Gehölzreduktion in der Wachstumsphase
Ein primärer Fokus lag auf der Eindämmung der Späten Traubenkirsche (Prunus serotina). Durch das gezielte Schälen der Rinde während der Hauptvegetationsperiode wird die Nährstoffversorgung dieser invasiven bzw. unerwünschten Gehölze nachhaltig gestört. Dies führt zu einer effektiven Schwächung der Bäume, obwohl sie im oberen Kronenbereich derzeit noch grün erscheinen. Um diesen Regulierungserfolg dauerhaft zu festigen, ist für den Herbst bereits ein zweiter Weidegang geplant.
🛡️ Bodenschonende Denkmalpflege
Als geschütztes Kulturdenkmal erfordert die Stellerburg ein besonders sensibles Management:
- Keine bodeneingreifenden Maßnahmen: Auf den Einsatz schwerer Maschinen sowie auf klassische Rodungen wird komplett verzichtet, um die historischen Bodenschichten vor Erosion und Zerstörung zu schützen.
- Biologische Offenhaltung: Die extensive Beweidung bietet hierbei die optimale, minimalinvasive Alternative, um die Flächen in einer ersten Phase effektiv freizustellen und langfristig offenzuhalten.
🥾 Freigabe der Wanderwege am Wochenende
Am Wochenende wurde die temporäre Beweidung vorerst beendet. Pünktlich zum Wochenstart ist der Wanderweg wieder uneingeschränkt geöffnet, sodass das Kulturdenkmal für Besucherinnen und Besucher wieder vollständig begehbar und erlebbar ist.
Fotos: BNiD



