Ein bedeutender Erfolg für den lokalen Artenschutz: Die im März 2023 errichtete Querungshilfe über die Friedrichshöfer Au beim Spiekerberg wird von der Zielart angenommen. In der vergangenen Woche gelang unserem biologischen Baubegleiter Christian Winkler der erste dokumentierte Nachweis, dass ein Schlingnatter-Weibchen (Individuum „SMS67“) die Brücke vollständig von Osten nach Westen überquert hat.
Die ökologische Bedeutung der „Erstquerung“
Da Schlangen sich maßgeblich über olfaktorische Reize (Geruchsstoffe) orientieren, ist dieser Erstnachweis ein entscheidender Faktor für die dauerhafte Etablierung der Querungshilfe. Die von SMS67 hinterlassene Duftspur wirkt als biologischer Wegweiser für weitere Tiere. Vergleiche aus der internationalen Forschung zeigen die Relevanz dieses Aspekts: So konnte eine hochgradig gefährdete nordamerikanische Strumpfbandnatterart erst durch das künstliche Ausbringen artspezifischer Geruchsstoffe dazu bewegt werden, neue Unterführungen zu nutzen. In Dithmarschen erfolgt diese Annahme nun auf natürlichem Wege.
Bereits in den Vorjahren wurden im unmittelbaren Umfeld der Brücke zwei weitere Individuen sowie im Sommer 2023 ein trächtiges Weibchen bei der Thermoregulation beobachtet. Der aktuelle Nachweis bestätigt nun die volle Funktionsfähigkeit des Bauwerks.
Vernetzung wertvoller Lebensräume
Die Querungshilfe dient als essenzielle Verbundachse zwischen dem Klevhang und den Heideflächen auf dem Donn. Sie ermöglicht den genetischen Austausch und die Abwanderung in neue Habitate – eine Grundvoraussetzung für das langfristige Überleben der lokalen Schlingnatter-Population.
Die Umsetzung dieser Maßnahme erfolgte in enger fachlicher Abstimmung und konstruktiver Zusammenarbeit zwischen: dem Deich- und Hauptsielverband Dithmarschen, dem Kreis Dithmarschen sowie den lokalen Anrainern.
Die bauliche Ausführung wurde durch die Stiftung Mensch realisiert. Finanziert wurde das Projekt durch Mittel des Fonds „Mehr Natur für Dithmarschen“.
Dieses Monitoring-Ergebnis unterstreicht eindrucksvoll, wie durch gezielte, kleinteilige Infrastrukturmaßnahmen im Landschaftsbau wirksame Beiträge zum Erhalt der Biodiversität geleistet werden können.
Fotos: Christian Winkler, Stiftung Mensch



